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Warum nicht einfach mal machen?

Dieser Blog zum Beispiel. Um meinen ersten Beitrag zu schreiben, habe ich vielleicht eine Stunde gebraucht. Um die Blogseite einzurichten und an mein Design anzupassen nochmal eine Stunde. Auf Facebook und Instagram davon berichten - eine halbe Stunde. Herausfinden, dass der Link auf Facebook nicht funktioniert und das Problem fixen - 15 Minuten und drei Schweißperlen (Hoffentlich hat es sonst niemand gemerkt ;)) Wie viele Stunden habe ich damit verbracht mir meinen Blog vorzustellen und Gründe zu finden, warum es vielleicht doch nicht so einfach ist? Sicherlich viele, viele mehr. Und ist es nicht mit vielen Dingen so, dass wir sie gerne tun würden und eigentlich auch wissen wie, aber es einfach nicht machen?


Offenkundig liegt es meist nicht an den eigenen Fähigkeiten und meistens scheitert es auch nicht an Ideen und Vorstellungskraft. Vielmehr scheitert es am Mut in die Welt hinauszugehen und herauszufinden, ob diese Ideen der Realität standhalten können. Manchmal geht es vielleicht auch darum was Andere davon halten und wie es ihr Bild von uns beeinflusst. Aber eine gute Freundin hat mir mal gesagt, dass man jawohl getrost auf jeden pfeifen kann, der genau diesen Mut nicht wertschätzt und immer nur vom Seitenrand meckert.


Dazu fällt mir auch wieder Adler und das Buch Du musst nicht von allen gemocht werden von Fumitake Koga und Ichiro Kishimi ein. Seinen Träumen zu folgen erfordert viel Mut. Nicht aufgrund der Unwegsamkeiten, sondern weil wir Scheitern könnten - oder noch viel schlimmer - wir könnten herausfinden, dass wir eine falsche Vorstellung hatten. Und dann würden wir ziellos vor einer Leere stehen. Dazu kommt noch, dass in unserer leistungsorientierten Gesellschaft Scheitern nicht sexy und uns unser Ansehen wichtig ist.

Das ist furchteinflößend und deswegen braucht es Mut.


Ein Freund sagte mir mal, dass er Perfektionismus für Quatsch befände. Viel eher wäre Perfektionismus gewissermaßen feige, weil das Streben nach Vollkommenheit eigentlich eine Ausrede für fehlenden Mut sei. Dem Mut Fehler zu machen und etwas aus Erfahrung zu lernen. Wenn sich in dir jetzt ein Widerstand aufbaut, kann ich das gut nachvollziehen. Wer hört schon gerne, dass die eigenen Bemühungen etwas bestmöglich zu machen, feige wären? Ich habe darüber viel nachgedacht und bei mir resoniert da etwas. Denn an vielen Stellen ist übermäßiger Perfektionismus ja eine Strategie um keine Fehler zu machen und letztendlich für seine gute Leistung gemocht zu werden. Sprich, um mit der Angst vor Fehlern und deren Konsequenzen umzugehen. Und wer möchte sich schon gerne von seinen Ängsten steuern lassen?


Scheitern ist gruselig. Negatives und womöglich unkonstruktives Feedback fühlt sich nicht gut an. Aber das Gefühl seinen Ängsten ins Auge zu blicken und trotz ihrer Anwesenheit für seine Ziele und Träume einzustehen - das fühlt sich stark an. Und genau dieses Gefühl stellt sich jedes Mal ein, wenn man sich selbst überwindet. Also Ängste und Zweifel, kommt ruhig her - ich brauch mal wieder ein Glücksgefühl.





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